Vorab muss ich gestehen, dass dies hier - nach der
Lektüre der letzten Beiträge - mit einer Wut im Bauch geschrieben wird. -
Und, Nachtrag, bitte um Verzeihung, dass dieser Beitrag so lange geworden
ist.
Der Tenor ihrer Aussagen lautet - soweit ich dies richtig verstehe - dass 1.
Ihrer Meinung nach Wirte, die ein Raucherlokal betreiben, zu unwissend oder
unfähig sind, ein funktionales Geschäftskonzept umzusetzen und gefälligst
"Ihren" (übernommenen) Theorien entsprechend zu handeln haben, sowie 2.,
nachdem diese Betreiber von Raucherlokalen "nicht vernünftig gehorchen" (und
diesen propagierten Theorien nicht folgen möchten), es zwingend erforderlich
ist, von Seiten der EU oder anderen Gesetzgebern (durch Volksentscheid) die
Wirte eben zu ihrem Glück zu zwingen. Die Möglichkeit, dass die von Ihnen
vorgebrachten Theorien "manipulativer Mist" sind, schließen Sie dabei
scheinbar aus.
Wie soll denn eine solche Aussage, wie "jeder Wirt, der sein Treiben auf das
Wort Raucherkneipe stützt kastriert sich doch selbst" oder "Weil hier einige
Leute nicht zu Ende denken (wollen)" denn anders interpretiert werden, als
eine Form von Hochmut. Dieses wäre nicht weiter schlimm, wenn es sich um
fettiz, srobsen's bzw. Hui-Buh's Einzelmeinung handeln würde. Leider ist dem
aber nicht so und der Trend des vergangenen Jahrzehnts (den ich tatsächlich
mit der Machtübernahme durch Georg Dabbljuh Busch verbinde) geht eindeutig
dazu, andere "zu beglücken".
Vielleicht mag dem einen oder anderen schon aufgefallen sein, dass die
Rauchverbote gleichzeitig und weltweit eingeführt bzw. forciert wurden (-
zentral gesteuert von der WHO). Da diese weltweite Bevormundungssucht
mittlerweile meinen eigenen Lebensstil bedroht, möchte ich hier ein wenig
aus dem "Nähkästchen" plaudern, wie heutzutage politische
Eliteentscheidungen in der Bevölkerung verankert werden:
"Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und
Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer
Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die
gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem
Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört
haben."
Mit diesen Worten beginnt nicht etwa irgendein "Spinner" und
Verschwörungstheoretiker, sondern der Begründer des modernen
Public-Relations sein Buch "Propaganda" - Edward Bernays (deutschsprachige
Ausgabe erschienen bei orange press, 2007[2009], Original bereits 1928, dann
weiterentwickelt). Bernays war amerikanischer Präsidentenberater und
führender PR-Berater der amerikanischen Großindustrie. Er hat "in jungen
Jahren" für die Tabakkonzerne manipuliert und wechselte die Seiten mit
seinem Bemühen bis zum Lebensende, dass sich Public-Relations nur noch gegen
die Tabakindustrie einsetzen dürfe - und ausdrücklich nicht mehr im Dienste
der Tabakindustrie stehen dürfe.
Was hat das obige Zitat mit dem Rauchverbot zu tun? Nun, die in diesem Buch
vorgestellten Massen-Manipulationstheorien wurden schulmeisterlich, wie dort
handwerklich beschrieben, so umgesetzt. Man glaubte, da man das Rauchen
selbst aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht verbieten konnte, den
"Königsweg" gefunden zu haben - über den Umweg des "Schutzes vor
Passivrauch". Übersehen hatte man bei dieser Strategieentwicklung, dass auch
der Besuch eines Lokals eine freiwillige Angelegenheit ist. Deshalb muss
dieses Argument in der öffentlichen Medienberichterstattung unterdrückt
werden.
(Ich spreche da aus eigener Erfahrung i. V. mit meinem "Rauchertheater", das
zu vielen Interviews führte. Die Medienvertreter wollten die "lustige
Geschichte", genauso, wie die mit der "Kirchen-Raucher-Kneipe". Den "Vogel"
schoss der Vertreter des "Stern" ab, Markus Götting, der kurz vor dem
BVerfG-Urteil einen großen - vermeintlich neutralen Bericht -
veröffentlichte. Zwei Stunden habe ich mit ihm und seinem Kameramann über
die Freiwilligkeit des Gaststättenbesuches diskutiert. Und er konnte keine
Argumente entgegenstellen. Geschrieben hat er dann nicht, wie man von einem
objektiven Journalisten erwarten könnte, dass dieser Wirt so denkt, sondern
geschrieben hat er - und da werden einige hier jubilieren -, dass seine
Klamotten nach Rauch stanken. Doch dies ist
imho kein fairer
Journalismus, unliebsame Meinungen der Öffentlichkeit vorzuenthalten.
Stattdessen erklärte er mir gegenüber jedoch "frisch-fröhlich-frei", dass er
die Leiterin des Kollaborationszentrums des Deutschen
Krebsforschungszentrums aus seinem Artikel heraushalten wolle, da diese in
der öffentlichen Auseinandersetzung momentan "verbraucht sei". Und noch
interessanter - wie sich im Nachhinein herausstellte - war, dass er zwei
Wochen vor Urteilsverkündung mir genau sagen konnte, dass das
Bundesverfassungsgericht den Beschwerdeführern Recht geben wird und
öffentlich erklären wird, dass ein absolutes Rauchverbot mit der Verfassung
vereinbar wäre. Er stand in engem Kontakt mit Persönlichkeiten wie Sabine
Bätzing und Lothar Binding, SPD, welcher eine der beiden
Nichtraucherschutzorganisation vor dem BVerfG vertrat.)
Nun nochmal zurück zu Bernays. Er schreibt auf seiner ersten Seite weiter:
"Die Meinung der Massen ist offensichtlich formbar, sodass ... in die
gewünschte Richtung gelenkt werden kann. ... Wann immer etwas ...
unternommen werden soll, ... dient Propaganda den unsichtbaren Herrschern
als Mittel zur Durchsetzung. ... Lesen und Schreiben ... hat ihn [den
Bürger] ... dem Einfluss von Prägungen ausgesetzt ... Zum eigenständigen
Denken kommt es dabei selten."
Und auf der Folgeseite:
"Vielleicht klingt es übertrieben zu behaupten, dass die meisten öffentlich
diskutierten Themen ... der Bevölkerung auf diese Weise vorgekaut werden.
Und doch: Propaganda ist der Mechanismus, mit dem Ideen im großen Stil
gestreut werden, ... einen bestimmten Glauben oder eine Doktrin zu
verbreiten."
Hinsichtlich der Rauchverbots-Propaganda hat Bernays ganz genau beschrieben,
wie "von oben herab" vorgegangen werden muss und wie auch tatsächlich
vorgegangen wurde. Man möge in den nachfolgenden Zitat lediglich das Wort
"Essgewohnheiten" ersetzen:
"Ein Verkäufer der neuen Schule, der die Gruppenstrukturen der Gesellschaft
und die Prinzipien der Massenpsychologie versteht, würde sich zu allererst
die Frage stellen: 'Wer beeinflusst die Essgewohnheiten der Menschen am
meisten?' Die Antwort liegt auf der Hand: 'die Ärzte'. Der neue Verkäufer
wird als erste dazu anhalten, öffentlich zu verkünden, wie nahrhaft und
gesund Speck sei. Weil er die seelische Abhängigkeit vieler Menschen von
ihrem Arzt kennt, kann er mit der Gewissheit eines Naturgesetzes
vorhersagen, dass sehr viele Menschen dem Rat ihres Arztes folgen werden."
(Bernays, Zitat von Seite 150, "aus der Vorkriegszeit")
Dabei ist die Manipulationsindustrie heutzutage keineswegs nur auf
Otto-Normalbürger fokussiert, sondern zielt ganz bewusst auch auf
Meinungsführer und Inhaber von Machtpositionen. Wie ist es anders zu
erklären, dass das Bundesverfassungsgericht die Zulässigkeit der
Warnhinweise auf Zigarettenschachteln ausschließlich auf drei Studien eines
(leider im Nachhinein festgestellten) nachweislich geschmierten
Wissenschaftlers, Richard Doll, stützte (2 BVR 1915/91, Absatz-Nr. 56), der
von Chemiekonzernen für gefällige Untersuchungen bezahlt wurde. In einem
Strafverfahren würden solche Urteile "kassiert", wenn sie sich
ausschließlich auf solche unglaubwürdige "Gutachter" stützten. Das
Sturmreif-Schießen der öffentlichen Meinung mit pseudowissenschaftlichen
Studien bzw. mit der einseitigen Art der Veröffentlichung dieser
"Ergebnisse" nimmt jedoch in Sachen Rauchen teilweise schon groteske Züge
an:
So wurde durch die Medien eine so genannte "Helsinki-Studie" verbreitet, die
"nachwies", dass [starke] Raucher 10 Jahre früher sterben als Nichtraucher.
Die von den Spin-Doktoren, so nennt man die PR-Berater, verbreiteten
Pressemitteilungen wurden, wie nicht anders zu erwarten, (von den
Redaktionen übernommen und) ganz allgemein auf Raucher bezogen weltweit
verbreitet. Das dieselbe Studie jedoch auch "nachwies", dass Raucher, die
bis zu 10 Zigaretten täglich rauchten, länger lebten als alle anderen in der
Kontrollgruppe, also auch als Nichtraucher und ehemalige Raucher, wurde
"natürlich" verschwiegen. Wäre dies nicht eine Meldung gewesen, die im Sinne
dessen, wie es jeder Journalist schon in seiner Grundausbildung lernt, dass
sich nämlich eine Schlagzeile wie "Mann beißt Hund" besser verkauft als
umgekehrt, geeigneter wäre?
Oder die Bundesamt-Statistiken, die der Öffentlichkeit vorgaukeln - und zwar
nicht die Statistik, sondern das was daraus gemacht wird -, dass Raucher
sieben Jahre früher sterben. Bei genauerer Betrachtung es sich jedoch
herausstellt, es sich dabei lediglich um Vier-Komma-Irgendetwas Prozent
aller Todesfälle handelte und dabei lediglich diese Todesfälle zum
Durchschnittstodesalter hochgerechnet wurden. Man möge sich mal das
Durchschnittsalter der verunglückten Motorradfahrer vor Augen führen und
daraus den Schluss ziehen, dass Motorradfahrer - sagen wir mal - 40 Jahre
früher sterben als Nicht-Motorradfahrer. Bei Rauchern glaubt es jedoch jeder
sofort.
Bernays jedenfalls gibt seinen Spin-Doktoren den Ratschlag: "Entscheidend
ist, dass die Maßnahmen übergreifend und kontinuierlich stattfinden."
(Bernays, Seite 31)
Dies findet in der Propaganda-Schlacht um die Rauchverbote seine Anwendung.
Alle paar Wochen wird eine neue "Kuh" durchs Land getrieben.
Wie eingangs erwähnt, sind diese Zeilen mit [etwas] "Gefühl im Bauch"
geschrieben. Dennoch hoffe ich, dass der eine oder andere darüber nachdenkt,
dass "nicht nur" Raucher manipuliert sein könnten, sondern auch seine eigene
Einstellung gegenüber Rauche(r)n - und er deswegen dazu bereit ist, anderen
ihre Individualrechte wegzunehmen.
Das "Argument" des "Schutzes vor Passivrauch" zieht in Bezug auf
Rauchergaststätten und Rauchernebenräumen (in Restaurants) nicht!
5. März 2010
Ich möchte Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich kein Jurist bin - keine Rechtsauskünfte erteile - und
das von mir
i. S. Rauchverbot niedergeschriebene lediglich meine persönliche Rechtsauffassung darstellt.
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