Moment, Moment, Moment! Fast hätte ich mich (nur)
über Ihre Vorstellungen zum "Wesen" des Rauchers ausgelassen - wenn, ja wenn da
nicht Ihr letzter Absatz gewesen wäre:
Zitat von [Chatpartner]:
Öffentliche Raucherkneipen müssen
gar nicht mal verboten werden. Es müsste einfach sichergestellt sein, dass kein
einziger Nichtraucher diese betritt. Auch nicht außerhalb der Öffnungszeiten.
Aus IHREM Munde zu "hören", dass öffentliche Raucherkneipen
gar nicht mal verboten werden müssten, wenn sichergestellt sei, dass kein
einziger Nichtraucher diese betritt, ist doch schon mal ein Ansatz zu der
Erkenntnis - bin fast gewillt "Erleuchtung" zu sagen - dass öffentliche
Raucherkneipen nicht verboten werden dürfen.
Ich halte zwar
nichts von Ihrer Forderung, dass Nichtraucher
keine Raucherkneipen betreten dürfen, glaube aber, dass Sie dies auch noch
verstehen werden. Die Betreiber von Raucherkneipen gestatten per Definition
Ihren Gästen das Rauchen.
Dieses ist wie in meinem Falle "prügelbreit" für jeden
potentiellen Besucher an der Eingangstüre zu meinem Lokal erkennbar. Sicher
werden Sie als Passivrauchvermeider eine solche Lokalität meiden und das ist
auch Ihr gutes Recht. Sie haben also verstanden, dass Sie ein Konsumangebot
nicht verbieten dürfen, auch wenn dieses für Sie nicht "bekömmlich" ist. – Hab
ja schon mal geschrieben, dass auch der Schweinshaxen nicht verboten wird, nur
weil der Markt zu wenige gesunde fettfreie Schweinshaxen anbietet.
-.-
Dass Raucher in Ihren Augen "definitiv kranke Wesen" seien,
da diese sich "eine kleine Dosis Gift in die Lunge ziehen", mag zwar Ihre
Meinung sein, die Sie hier ganz offensichtlich in der Öffentlichkeit kränkend
und "fast schon" beleidigend von sich geben dürfen. Die Welt ist aber nicht ganz
so einfach, wie Sie sie sich wünschen.
Es sprengt sicher den Rahmen dieses Forums, wenn ich Ihnen
das "Wesen" des evolutionären Fortschrittes und die
Vorteile des gezielten und
dosierten Einsatzes von Giften erklären müsste. Für unsere Zwecke hier sollte es
eigentlich ausreichen, anderen Menschen Ihre individuelle Form der Lebens- und
Freizeitgestaltung zuzugestehen. Dennoch hier an dieser Stelle eine kleine
Gedankenanregung zu dem von Ihnen so hoch geschätzten und verehrten "radikalen
Sauerstoff".
Wie Sie sicher in der Schule gelernt haben, entwickelte sich das
Leben auf diesem Planeten zunächst in den Weltmeeren und es war ein
evolutionärer Dammbruch, als sich die ersten Lebewesen an Land bewegten und sich
dem giftigen (!) Sauerstoff aussetzten.
Mittlerweile scheint unsere Sauerstoffsucht
"gesellschaftlich akzeptiert". Zum Glück gab es zu Urzeiten keine Gesundheitsstudie
zu der Gefährlichkeit des „radikalen Sauerstoffes“! Stimmen Sie mir zu?
Unsere biologischen (!) Körper leben im Hier
(und Jetzt) und über
die bisherige Menschheitsentwicklung waren Denken und Handeln immer unmittelbar
miteinander verknüpft. Es ist eigentlich erst eine recht junge Fähigkeit der
Menschen, körperliche Handlungen, die eigentlich dem Wahrnehmungs-Denken
unmittelbar folgten, zu unterdrücken und dadurch das kreative Denken enorm
weiterzuentwickeln.
Der menschliche Einsatz von Giften - und jetzt komme ich zu
unserem Thema wieder zurück - geht mit unserer Fähigkeit, jenseits von "Raum und
Zeit" zu denken, Hand in Hand.
Wir haben gelernt, Denken und Handeln voneinander
zu trennen und besonders kreatives Denken (Neuland) benötigt diese Trennung vom
körperlichen „Hier“!!! Vereinfacht ausgedrückt können Gifte (durch ihre Wirkung
auf den biologischen Körper) als Hilfsmittel für abstraktes Denken – wie schon
erwähnt außerhalb des „Hier und Jetzt“ dienen.
Sie müssen dies nicht alles verstehen, denn dazu bedürfte es
noch ein paar Kenntnisse, wie unser menschliches Denken sich - zunächst aus dem
reinen Wahrnehmungsdenken - weiterentwickelt hat.
Es würde hier schon genügen,
dass Sie sich ganz vage vorstellen können, dass der gezielte dosierte Einsatz
von Körpergiften für das jeweilige Individuum (in der Gesamtschau) mehr Vor- als
Nachteile bringen könnte.
Wenn Sie mir soweit folgen könnten, dürfte es Ihnen
zukünftig wesentlich schwerer fallen, pauschal Raucher als kranke Süchtige
abzustempeln.
Dafür gibt es gerade im vergangenen Jahrhundert viel zu viele
außergewöhnlich kreative und erfolgreiche
Lebensbeispiele von Personen, die
Ihrem "Laster frönten".
2. Mai 2008
Ich möchte Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich kein Jurist bin - keine Rechtsauskünfte erteile - und
das von mir
i. S. Rauchverbot niedergeschriebene lediglich meine persönliche Rechtsauffassung darstellt.
-.-
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